Constellation. Gegen alle Sterne – Claudia Gray 4
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Constellation. Gegen alle Sterne – Claudia Gray

“Es ist ein Himmelfahrtskommando – Auch wenn niemand von Selbstmord sprechen will. Hundertfünzig Schiffe werde gleichzeitig zuschlagen, alle auf dasselbe Ziel. […] Noemie wird eines davon fliegen.”
Constellation. Gegen alle Sterne, S.9

Die junge Noemi Vidal ist ein Soldat. Sie ist bereit zu sterben, um ihren Planeten Genesis gegen die Erde zu verteidigen. Als während einer Schlacht Noemis beste Freundin Esther schwer verletzt wird, sucht sie in einem verlassenen Raumschiff, welches zwischen den Trümmern schwebt, nach Hilfe. Doch stattdessen trifft sie dort auf Abel, er ist ein Mech der Erde und die perfekteste künstliche Intelligenz, die je entwickelt wurde. Seine Programmierung befiehlt ihm, sie zu töten. Gleichzeitig aber muss Abel dem ranghöchsten Menschen an Bord gehorchen. So gelingt es Noemi, ihm das Geheimnis zu entlocken, das ihren Planeten retten kann. Dafür müsste sie Abel zerstören. Doch Abel sieht nicht nur aus wie ein Mensch aus Fleisch und Blut. Je näher sich die beiden auf ihrer lebensgefährlichen Reise durch das All kommen, desto klarer wird Noemi: Er fühlt auch wie ein Mensch. Bald steht er längst nicht mehr nur aus programmiertem Gehorsam zu ihr. Aber ist er wirklich frei, alles für sie zu tun?

“Nichts ist so wild und aufregend wie die Wahrheit” S.462

Ich liebe Science Fiction und alternative Weltenentwürfe. Die Idee hinter Grays Auftakt zu ihrer Constellation-Serie basiert auf der Vorstellung, dass wir Menschen unseren blauen Planeten im Laufe der kommenden Jahrzehnte selbst zugrunde richten werden. Wir nehmen keine Rücksicht auf die Erde, verlieren Ressourcen, können uns nicht mehr versorgen. Der Klimawandel schreitet voran und dann -noch vor Einsetzen von Noemis Geschichte- ist ein Leben auf der Erde nur noch unter schwierigsten Bedingungen möglich. Leider muss ich hier auch anmerken, dass es lediglich bei diesem groben Gerüst bleibt und mir an dieser Stelle die Tiefe und ein Hinterfragen der Dinge gefehlt hat.

Noemis Planet Genesis ist nur einer von wenigen, der sich gegen die Erde und ihre Kolonialisierungsversuche in einem Kampf um Leben und Tod wehren muss. Doch es ist kein fairer Kampf: Seit Jahren setzt die Erde eigen entwickelte Mechs ein. Dabei handelt es sich um künstliche Intelligenzen, die zwar aussehen wie Menschen und zudem deren Fähigkeiten im Kampf bei weitem übersteigen, durch ihre fehlenden Emotionen aber gefährliche Kampfwaffen darstellen.

Einer dieser Mechs ist Abel. Gray hat hier einen sehr lebendigen Charakter gezeichnet und verwebt in seinen Gedankengängen und Handlungen gekonnt das menschlich-emotionale Denken mit seiner technisch-analytischen Seite. Abels Menschlichkeit bricht sich von Seite zu Seite mehr Bahn und nimmt den Leser für sich ein. Mit Noemi jedoch hatte ich so meine Schwierigkeiten. Ständig wütend geht sie Kapitel für Kapitel die gleichen Gedanken durch und scheint sich kein Stück weiterzuentwickeln.

“Wie schrecklich, denkt sie. Gleichzeitig denkt sie auch: Wie wundervoll. Beide Empfindungen scheinen zuzutreffen.” S.101

Die durchgehende Wort- und Gedankenwiederholung beschränkt sich leider nicht nur auf die Charakterzüge in Consetllation. Gegen alle Sterne, sondern überträgt sich auch auf die Handlung, die irgendwie nicht wirklich vorankommt und mir ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch festgefahren erschien.

Alles in allem präsentiert sich mit dieser Weltraumromanze ein Serienauftakt, der einen angenehmen, flüssigen Schreibstil mit wunderbaren Ideen und einem interessanten Weltenkonzept verbindet. Leider jedoch verlässt Constellation. Gegen alle Sterne nicht wirklich seine Startlöcher, die wirklich voller Potential gewesen wären.

Autorin: Claudia Gray | Titel: Constellation, Teil 1 Gegen alle Sterne | Science Fiction | cbj | ISBN 978-3-570174395 | 20. November 2017 | Gebunden mit Schutzumschlag | 507 Seiten

Ein herzliches Dankeschön an den cbj Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionexemplares von Constellation. Gegen alle Sterne.

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1 Comments

  1. Tolle Rezension! Auch wenn ich dass Buch jetzt wohl nicht mehr lesen werde dafür ist unser Geschmack zu ähnlich 🙂

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